Kampfansage mit der Klimaklage

14.02.2020 | Wun­der­fe­der

 #FridaysForFuture:

Die Kli­ma­be­we­gung sagt den Kampf gegen den Kli­ma­wan­del mit einer Kli­ma­kla­ge an. Der Kampf der uner­schrocke­nen, uner­müd­li­chen und unnach­gie­bi­gen Kli­ma­gla­dia­to­ren hat hohe und erha­be­ne Zie­le einer höhe­ren Sache, die grös­ser ist als wir alle: Sie kämp­fen nicht nur für ihre Zukunft, son­dern auch um die Grund­la­gen allen Lebens auf die­ser Welt. Für eine gesun­de und intak­te Welt auch für kom­men­de Gene­ra­tio­nen.

Learn the rules like a Pro so you can break them like an Artist. – Pablo Picas­so

Auch die Kli­ma­ju­gend hat dazu gelernt und zieht nun die abge­wie­se­ne Kli­ma­kla­ge wei­ter an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt. Von allen drei Gewal­ten ist die Judi­ka­ti­ve die letz­te Instanz, wo Pro­fis aus allen Klas­sen und Dis­zi­pli­nen einen Ernst­fall gründ­lich unter­su­chen müs­sen. Wenn die Hori­zon­te der Fach­leu­te nicht aus­rei­chen, um die­sen Ernst­fall zu ermitt­len, dann müs­sen noch mehr inter­na­tio­na­le Pro­fis mit inter­dis­zi­pli­nä­ren Fähig­kei­ten und Fer­tig­kei­ten her­an­ge­zo­gen wer­den. Es gibt kei­ne Aus­re­den mehr, sich vor die­sen Ver­ant­wor­tun­gen zu drücken. “Wir sind dafür nicht zustän­dig” oder “dafür gibt es noch kei­ne Regeln und Erlas­se” ist genau­so wei­ter­füh­rend wie ver­schwen­de­te Wor­te und ver­lo­re­ne Zeit.
Good Gover­nan­ce ist nur mög­lich mit einem guten Zusam­men­spiel aller 3 Gewal­ten ein­schliess­lich dem Volk. Nicht ohne Grund hat das Volk das letz­te Wort. Wir brau­chen euch nicht dar­an zu erin­nern, dass in der Grund­ge­setz­ge­bung uns einen Raum und Rah­men zu ermög­li­chen ist, wor­in wir uns wei­ter ent­wickeln und ent­fal­ten kön­nen. Im Hier und Jetzt. Demo­kra­tien sind ler­nen­de Syste­me. Also ler­nen wir dazu. Grund­ge­set­ze sind Grund­mau­ern jeder Demo­kra­tie mit Grund­rech­ten der Men­schen­rech­te. Auch Kin­der­rech­te sind Men­schen­rech­te.

Every child has the right to a safe and clean envi­ron­ment.

Für die Grund­la­gen einer sau­be­ren, gesun­den und intak­ten Umwelt nen­nen wir mal die wich­tig­sten beim Namen: Die Luft, der Boden und das Was­ser.

Durch die Luft­ver­schmut­zung ster­ben welt­weit mehr Men­schen als durch Krieg, Waf­fen, Ver­kehr und Dro­gen zusam­men. Flam­men­des Infer­no im Ama­zo­nas und Wald­brän­de auf der gan­zen Welt, Feu­er­teu­fel im Busch­feu­er in Austra­li­en for­der­te 1.25 Mia. Tier­le­ben, die quall­voll ver­brann­ten und ver­en­de­ten, Auf­tau­en des Per­ma­fro­stes, das noch viel mehr Treib­haus­ga­se frei­set­zen kann: Die­se Alarm­si­gna­le der kri­ti­schen Kli­ma-Kipp­punk­te sind deut­lich genug, dass noch viel schlim­me­re Luft­ver­schmut­zung und mehr Kli­ma­ka­ta­stro­phen zuneh­men, die vor allem Frau­en und Kin­dern hart tref­fen wer­den.

Spie­len ist sowohl ein Kin­der- als auch Men­schen­recht. Wenn also die heu­ti­gen Kin­der sich dar­über bekla­gen, dass auch ihre Kin­des­kin­der davon träu­men wür­den, im Wald mit Käfern, Eich­hörn­chen und ande­ren Nage­tie­ren zu spie­len, nur dass sie das nicht mehr könn­ten, weil wir ihnen eine zer­stör­te Welt hin­ter­las­sen wür­den, dann kla­gen sie zurecht rich­tig.

Auch das Was­ser ist bereits kri­tisch und bedroh­lich bedenk­lich. Kein sau­be­res Trink­was­ser bedeu­tet enor­me Ein­bus­sen in der Lebens­qua­li­tät Euro­pas. Es ist mit Insek­ti­zi­de und Pesti­zi­de ver­seucht und ver­gif­tet. Alar­mie­ren­de Zustän­de haben wir auch in den Mee­res­ozea­nen: Auch sie hei­zen sich auf, sind ver­säu­ert und las­sen vie­le Mee­res­mit­be­woh­ner ver­en­den und den Mee­res­spie­gel locker 20 m im Lau­fe der Zeit anstei­gen. Dem­nach wird Spie­len mit Tie­ren im Was­ser auch in Zukunft erheb­lich viel schwie­ri­ger sein.

Geset­ze sind nicht für alle Zei­ten gemacht. In Zei­ten von gros­ser Not müs­sen wir uns den wach­sen­den Ver­än­de­run­gen der Umstän­de in der Umwelt und Ver­ant­wor­tun­gen stel­len, um die rich­ti­gen Wei­chen zur Scha­dens­be­gren­zung stel­len zu kön­nen. Was noch mehr inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit, Über­ein­künf­te und Koope­ra­tio­nen, För­de­run­gen und Sub­ven­tio­nie­run­gen von Natur- und Tier­schutz­ge­bie­ten nicht aus­schliesst: Mög­li­che und mach­ba­re Sofort-Kli­ma- und Umwelt­schutz­mass­nah­men mit der Ener­gie- und Ver­kehrs­wen­de. Auch ver­netz­tes Den­ken kann Ket­ten­re­ak­tio­nen von Kau­sa­li­tä­ten und Kon­se­quen­zen aus­lö­sen. Es ist wie ein orga­ni­sches Netz­werk, das wächst weil noch viel mehr Exper­ten dazu kom­men und dazu ler­nen: Weis­heit wächst. Beim Fall von Caro­la Rake­te kann selbst ein rechts­po­pu­li­sti­scher Innen­mi­ni­ster Sal­vi­ni zum frei­en Fall ohne Fall­schirm wer­den. Nach dem ita­lie­ni­schen Senat ist sei­ne Immu­ni­tät auf­ge­ho­ben. Ihm droht nun eine Gefäng­nis­stra­fe bis zu 15 Jah­ren wegen Frei­heits­be­rau­bung.

Save the Date: 24.04.2020
Erneu­ter glo­ba­ler Ein­schlag einer grü­nen Wel­le mit #Fri­days­For­Fu­ture. So feie­re ich nebst mei­nen Geburts­tag mit einen gros­sen Knall auch die Kli­ma­ju­gend mit furcht­lo­sen Kli­ma­gla­dia­to­ren. Aber die Sache ist so ernst, dass selbst mei­ne jun­gen Mit­strei­ter mir zustim­men wür­den, dass man das nicht als bit­te­re Pil­le hin­neh­men kann. Dar­um über­ge­be ich ger­ne das Wort mei­nen austra­li­schen, sar­ka­sti­schen Kol­le­gen von The Juice Media: